Siedlungen

Wohnstallhaus

Lange Zeit beschränkte sich die Archäologie auf Friedhöfe und Gräber. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden alamannische Siedlungen ganz oder teilweise ergraben. Doch wie siedelten und wohnten die Alamannen?

Dörfer

Das Alamannische Dorf war als Haufendorf aus einigen Gehöften gegliedert. Städte, wie sie die Römer und Kelten kannten waren den Alamannen weitgehend fremd. Daher waren die Siedlungen eher klein, oft mit unter 100 Einwohnern.

Architektur

Die Alamannen brachten ihre Bauweise aus dem Norden Germaniens mit. Jedes Gehöft war umzäunt und bestand aus einem Haupthaus und mehreren Nebengebäuden. Sämtliche Gebäude waren in Holzständerbauweise errichtet und sind daher archäologisch nur anhand der Pfostenlöcher nachzuweisen. Das Hauphaus war ein ein- oder mehrschiffiges Langhaus, das als Wohnstallhaus genutzt wurde. Wohn- und Stallbereich waren offenbar getrennt, da sich nur in einem Teil der Gebäude die für Stallungen typische Anreicherung mit Nitraten nachweisen läßt. Bei den Nebengebäuden fallen im Besonderen Grubenhäuser und Pfostenhäuser auf. Die ersteren waren deutlich in den Boden eingetieft und dienten wohl zum einen als Keller, zum anderen aber auch als Handwerksräume. Pfostenlöcher von Webstühlen z. B. zeigen, dass in den Grubenhäudern u. a. gewebt wurde. Damit konnte die erhöhte Luftfeuchte in diesen Gebäuden genutzt werden. Die Pfostenhäuser dagegen dienten wohl der trockenen und nagersicheren Lagerung von Vorräten.

 

Bildquelle: Wikimedia, Alamannenmuseum Vörstetten, Lizenz Creative Commons