Schmuck im 6. Jahrhundert

Schmuck der alamannischen Frau

Der Schmuck der alamannischen Frau bestand je nach gesellschaftlicher Stellung und Zeitstufe aus verschiedenen Bestandteilen. Verschiedene Fibeltypen, aufwändige Gürtelschnallen, Klapper- und Amulettgehänge, Wadenriemengarnituren und die verschiedensten Arten von Kleinschmuck, das Schmuckkästlein der Alamannin konnte mit den verschiedensten Schmuckstücken gefüllt sein. Je nachdem, was bei der Bergung eines Grabes an Schmuck gefunden wird, kann damit, und unter Berücksichtigung der Knochenanalyse, vieles über die bestattete Person herausgefunden werden. Zum Teil wurden Fibeln oder Kleinteile über Generationen getragen, was durch aus der Völkerwanderungszeit stammende Schmuckstücke oder römische Breakteate als Anhänger an Gürtelgehängen oder Kette, bewiesen ist. Frauen wurden mit dem Militärgürtel ihres Mannes bestattet und in gewissen Regionen wurden zum Beipiel bei Frauengräbern ab einem Alter von 40 aufwärts gar keine Fibeln mehr vorgefunden.

Fibeln

Zu Beginn des 6. Jahrhunderts trug die Alamannin immer noch die typische 4-Fibel-Tracht, welche aus 2 kleineren Fibeln (Vögel-, S- oder Scheibenfibeln) am Oberkörper und 2 Bügelfibeln auf Hüft-/Oberschenkelhöhe besteht. Im Laufe der Zeit wechselte dies über in die 3-Fibel-Tracht, 3. Drittel 6. Jahrhundert, bis zur 2-Fibel- Tracht im 7. Jahrhundert sowie der 1-Fibel-Tracht Ende 7./Anfangs 8. Jahrhundert. Man nimmt an, dass die kleinen Fibeln am Oberkörper zum Verschliessen des Mantelkleides benutzt wurden. Das Selbe gilt auch für die Bügelfibeln auf Hüft-/Oberschenkelhöhe. Da die Fibeln als wichtiges Schmucktück golten, waren sie kunstvoll verziert mit Kerbschnitt- oder Tierstilmustern, Wirbeln, eingesetzten Almandinen, Zwiebelknöpfen am Kopfteil, stilisierten Tierköpfen am Fussende, usw. und waren aus Bronze, Silber oder Silber vergoldet. Die Fibeln waren für die Alamanninnen so wichtig, dass man schon in Gräbern von Kleinkindern komplette Fibel-Trachten findet. Warum jedoch in gewissen Regionen den Frauen ab 40 nur noch vereinzelte bis gar keine Fibeln mehr ins Grab gegeben wurde, ist bis Heute noch unklar.

Glasperlenkette

Die Glasperlenkette veränderte sich nur in den verwendeten Glasperlentypen über die verschiedenen Phasen der Merowingerzeit, ansonsten blieb sie eine treue Begleiterin der modischen Alamannin. Diese zum Teil sehr großen Ketten konnten je nach Perlengrösse aus mehreren hundert Perlen bestehen. Die Glasperlen selbst konnten einfarbig opac oder durchscheinend, mit den verschiedensten andersfarbigen Mustern verziert oder sogar in Form von aufwändigen Mosaikperlen hergestellt werden. Je nach Vorliebe der Trägerin befanden sich auch Perlen aus Bernstein, Amethyst, Rosenquarz oder komplizierte Überfangperlen aus Metall an den kostbaren Ketten.

Gürtel mit Schnalle

Ein weiteres Schmuckaccessoir der Alamannin war der Gürtel. Dabei handelte es sich um einen Ledergürtel, der zeitweise mit Wollfäden durchbrochen oder punziert war. Die Gürtelschnalle konnte aus Eisen, Bronze, Silber oder Silber vergoldet sein und variierte zwischen der einfachen D- und O-Schnalle, der klassischen Schilddornschnalle oder der prunkvolleren Schilddornschnalle in Kombination mit Tierstil 2 verzierten Schnallenteilen und Gürtelblechen.

Amulett- oder Gürtelgehänge

Hier wird nächstens ein neuer Artikel zu dem interessanten Thema entstehen.

Waden-/Riemengarnitur

Hier wird nächstens ein neuer Artikel zu dem interessanten Thema entstehen.

Diverse andere Schmuckstücke

Auch Ringe, Armreifen, Ohrringe, Haar-/Gewandnadeln und vereinzelte Schuhschnällchen wurden gefunden. Alle diese Schmuckstücke waren hergestellt aus den bekannten Buntmetallen, Bronze, Silber oder Silber vergoldet. Wo die Fingerringe und Armreife eher unspektakulär ausfallen, wurden bei den Ohrringen verschiedene, zum Teil sehr kunstvoll gearbeitete Stücke gefunden. Sei es als normale Creole oder in Verbindung mit einer einzelnen Glasperle, sei es in Form der aufwändigen Körbchenohrringe oder mit polyenderförmigen Bestandteilen.  Die Haarnadeln oder Gewandnadeln waren aus Buntmetall gefertigt. Zum Teil in einfacher Ausführung mit Rillenmustern oder durchbohrt und einer metallenen Öse dran, zum Teil mit kunstvollverzierten Köpfen in Form eines Vogelkopfes oder mit polyendrischen Köpfen.