Quellenlage Mode

Quellenlage

Bis in das 4. Jahrhundert überwog bei den germanischen Stämmen die Brandgräbersitte, so dass sich in Gräbern kaum Textilien erhalten haben. Erst mit dem breiteren Aufkommen der Köpergräbersitte im 5. Jahrhundert verbessert sich die Quellenlage aus Gräbern ein wenig. Naturgemäß haben sich in den Gräbern aber nur kleine Textilfragmente erhalten. Lediglich bei Moorleichen hat sich die Kleidung in Einzelfällen fast vollständig erhalten. Abgesehen von einigen wenigen Moorleichen ist daher die Fundlage zu Textilien sehr dünn.

Da es zudem keine germanischen Schriftquellen und nur wenige germanische Bildquellen zu Kleidungsschnitten, gilbt sind wir bei der Rekonstruktion der Mode auch auf römische Quellen angewiesen. Erst ab dem 8. Jahrhundert liegen mit dem Stuttgarter Psalter eine nennenswerte einheimische Bildquelle vor.

Dennoch bietet die Gesamtheit des Materials eine ausreichende Grundlage, um Material, Webart, Farbe und Schnitt der elbgermanischen und alamannischen Kleidung mit hinlänglicher Sicherheit zu rekonstruieren.

 

Grundsätzliches

Das vorherrschende Material war über den geamten Zeitraum vom 1. bis zum 8. Jahrhundert Wolle. Daneben traten auch Leinen, sowie in außergewöhnlich reichen Bestattungen Seide und in Einzelfällen sogar Baumwolle auf. Bei den Geweben traten, je nach Zeit, neben einfacher Leinwandbindung auch komplexe Köperbindungen auf, was auf einen hohen Stand des Weberhandwerks hinweist. Farbe spielte eine wesentliche Rolle in der Mode, so dass die Kleidung häufig gefärbt war oder durch die Auswahl des Rohmaterials mit dessen Farben "gespielt" wurde.