Mode und Tracht im 8. Jahrhundert

Wie schon in den vorherigen Jahrhunderten, besteht auch hier wieder die Problematik, dass mit Ausnahme von fragmentarischen Kleinfunden keine bildlichen  oder figürlichen Überlieferungen vorhanden sind. Aus diesem Grund muss auch hier "im Trüben" gefischt werden, wenn es um die Kleidung geht. Bis zum Blutgericht zu Cannstatt, 746, dem "offiziellen" Ende der Alamannia, war die alamannische Kleidung wohl fast gar nicht mehr von der fränkischen Tracht zu unterscheiden.

Tracht der Frau

Die Kleidung der Alamannin war wohl schon stark dem Einfluss der kommenden karolingischen Mode ausgesetzt. Sie bestand aus einem langärmligen, bodenlangen Unterkleid, einem bodenlangen Oberkleid sowie Stirnband, Schleier und wendegenähte Schuhe. Das Oberkleid konnte mittellange Ärmel oder langärmlig sein. In wie weit sich zu der Zeit schon die auf karolingischen Buchmalereien abgebildeten, andersfarbigen Belege, welche sich von Hals bis zum Rocksaum hinunter bewegen, verbreitet waren ist auch Heute noch nicht klar. Wadenriemengarnituren wurden noch immer getragen. Grabfunde lassen darauf schliessen, dass Glasperlenketten immer noch sehr verbreitet waren und auch das Tragen einer Scheibenfibel immer noch modisch en Vogue war.

 

Tracht des Mannes

Auch die Kleidung des Alamannen hatte sich in ihren Bestandteilen der Zeit angepasst. Wie schon früher wurden immer noch Tunika, Hose (Typus Thorsberg oder ähnlich), Wadenwickel, Gürtel und wengegenähte Schuhe getragen. Doch hatte sich die Länge der Tunika wohl auch hier in Richtung Karolinger angepasst und  reichte nun wohl bis fast kurz übers Knie. Die immer noch als Zierde verwendeten Belege, welche auf der Vorderseite mittig ab Hals aufgenäht waren, reichten nun bis zum Bauch runter.