Landwirtschaft & Ernährung

Landwirtschaft

Die wesentliche Grundlage der Ernährung der Alamannen war die Landwirtschaft. Sie wurde regelmäßig überwiegend zur Selbstversorgung betrieben.

Bereits der römische Schriftsteller Tacitus beschreibt die Landwirtschaft der Germanen für das 1. Jahrhundert:
„Die Aecker werden entsprechend der Zahl der Pflanzer zu wechselnder Benutzung von Allen zusammen besetzt, um sie alsbald unter die Einzelnen nach würdigendem Ermessen zu vertheilen. Leichtigkeit des Vertheilens gewahren der Felder weite Flächen. Das Saatland wechselt man alljährlich, und es bleiben Aecker übrig. Denn sie wetteifern nicht mit der Fruchtbarkeit und dem weiten Umfang ihres Bodens durch Müh’ und Arbeit, um Obstpflanzungen anzulegen, Wiesen abzugrenzen und Gärten zu wässern: nur Getreide wird der Erde abverlangt. Daher scheiden sie auch das Jahr selbst nicht in gleich viel Theile: Winter und Frühling und Sommer haben Sinn und Benennung; des Herbstes Namen und Güter sind ihnen gleich unbekannt. „

Bis in die Alamannische Zeit hatte sich nicht viel verändert.

Pollenanalysen und Bodenfunde zeigen, dass hinsichtlich des Getreideanbaus zunächst die Gerste klar überwog. Emmer und Einkorn spielten eine eher untergeordnete Rolle. Erst ab dem 7. Jahrhundert trat der Nacktweizen seinen Siegeszug in der Alamannia an. Neben Getreide wurden vor allem Hülsenfrüchte, darunter überwiegend Linsen, angebaut. Der Anbau von Gemüsen, wie Runkelrübe, Mangold und verschiedenen Kohlsorten und Kräutern konnte ebenfalls nachgewiesen werden.

Der Ackerbau wurde durch Viehzucht ergänzt. Aus Grabbeigaben sind in erster Linie Rinder, Schweine und Hühner belegt.

Gesammelte Wildfrüchte etc. ergänzten den Speiseplan. Die Jagd spielte eine deutlich untergeordnete Rolle.

 

Küche

Germanische oder alamannische Kochrezepte sind nicht überliefert. Das Grundnahrungsmittel schlechthin waren einfache Getreidebreie, die mit Gemüsen und Milchprodukten ergänzt wurden. Gewürze waren kaum in Verwendung. Allerdings deutet römisches Kochgerät, wie Reibschalen etc. darauf hin, dass zumindest Teile der Oberschicht die „verfeinerte“ römische Küche für sich entdeckt hatten. Aufgrund der Häufigkeit von Zahnschäden durch Karies und Parodontose kann wohl davon ausgegangen werden, dass die Speisen „gut durchgegart“ wurden.

 

Ernährungszustand

Bei der Mehrzahl der alamannischen Skelettfunde wurden keine anthropologischen Untersuchungen vorgenommen. Zum Teil wurden die Untersuchungen auch auf die Geschlechts- und Alterbestimmung beschränkt, so dass nur wenige Erkenntnisse zu ernährungsbedingten Krankheiten vorliegen. Zumindest Karies war stark verbreitet. Harris-Linien, die auf eine zeitweilige Mangelernährung hindeuten, wie auch rachitische Veränderungen wurden insgesamt eher selten festgestellt.