Franken und Alamannen

Entstehung der Franken

Ab Ende des 2. Jahrhunderts mehrten sich die germanischen Einfälle in das römische Gebiet nördlich von Köln. Allerdings ist im 2.Jahrhundert noch kein wesentlicher Zusammenschluss der Stämme erkennbar.

Im 3. Jahrhundert bildete sich aus westgermanischen Stämmen der Stammesverband der Franken. Sie expandierten zunächst vorwiegend nach Westen und Nordwesten über den Rhein in römisches Gebiet. Dort stiegen sie als Föderaten Roms auf und erlangten unter dem Merowinger Childerich die Administration der römischen Provinz Belgica II. Die Franken waren zunächst ein loser Stammesverband. Allerdings setzte bei Ihnen schon früh eine Machtzentralisierung ein, die über die Trennung Salfranken und Rheinfranken schließlich unter Chlodwig in ein Großkönigtum mündete.

Expansion und Konflikt

Die Expansionsbestrebungen der Alamannen und der Franken kollidierten spätestens im 5. Jahrhundert. Seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte der fränkisch alamannische Konflikt mit mehreren Schlachten in der Zeit von 496/497 (Zülpich) bis 506/507 (Straßburg). Am Ende dieser Entwicklung stand das Siedlungsgebiet der Alamannen weitgehend unter fränkischer Oberherrschaft. Lediglich im gotischen Einflussbereich konnten die Alamannen sich zunächst weitgehende Selbständigkeit erhalten. Diese ging 537 unter, als der Gote Wigitis die alamannischen Restgebiete an die Franken abtrat.

Fränkische Herrschaft

Die Franken übten in der Merowingerzeit die Herrschaft in der Alamannia durch den von ihnen eingesetzten Amtsadel, insbesondere durch die Amtsherrzöge aus. Bei der Vergabe der Ämter nutzten sie vorwiegend den Ortsansässigen alamannischen Adel. Die Herzöge strebten weiter nach Unabhängigkeit, so dass es bis zum Cannstädter Blutgericht (746) immer wieder zu alamannischen Aufständen kam.

Wirkung der fränkischen Herrschaft

Bis zur fränkischen Eroberung kannten die Alamannen keine Zentralgewalt. Sie waren in einigen Kleinkönigreichen und Fürstentümern organisiert. Erst die Fränkische Herrschaft bewirkte (als Gegenreaktion) eine einheitlichere alamannische Identitätsbildung und einheitliche Herrschaftsstrukturen im größten Teil des alamannsichen Siedlungsgebiets. Lediglich der Osten des alamannischen Siedlungsgebiets spaltete sich ab. Dort sowie in Teilen des alten Thuringierreiches entstanden die Bajuwaren. Dabei muss offen bleiben, ob die Entstehung der Bajuvaren mehr auf ostgermanischer Zuwanderung in diesen Bereichen oder mehr auf einer Abspaltung von der Alamannia und dem Thuringierreich aufgrund der neuen fränkischen Herrschaftsstrukturen beruhte.