Fibeln beim Mann

Fibeln sind in der Männertracht der Merowingerzeit sehr dünn gesäht. In der älteren Merowingerzeit (zweite Hälfte des fünften Jahrhunderts) wurden, insbesondere vom Adel noch römische Fibeltypen getragen. Insbesondere waren die typischen Militärfibeln, wie Zwiebelknopffibeln vertreten (siehe z. B. Chiderichgrab). Diese Fibeln wurden als Mantelverschluß auf der Schulter des Schwertarms getragen.

Daneben fanden sich in dieser Phase auch noch andere Modelle wie z. B. Zikadenfibeln, die am römische Formen angelehnt waren, oder aus römischen Werkstätten stammten. Die letzteren dürften, funktionslos gewesen sein. D. h. dass sie nicht als Kleiderverschluß, sondern allenfalls zu Schmuck und Repräsentationszwechen getragen wurden.

Ab dem sechsten Jahrhundert verschwinden die Fibeln nahezu vollständig aus der Männertracht. Die Mäntel der Franken, Alamannen und Bajuwaren wurden wahrscheinlich mit organischen Materialien wie Bändern geschlossen. Einfache hölzerne Knebel könnten dabei benutzt worden sein, sind aber aus der Fundlage nicht belegbar.

Aus der Alamannia sind mir für diesen Zeitraum lediglich drei Funde von Fibeln in Trageposition aus Männergräbern bekannt. Es handelt sich dabei um Gleichgratbügelfibeln. Archäologen äußern bei diesen  Gräbern regelmäßig die Vermutung, dass es sich um langobardische Händler handle, zumal die Fibeln langobardischem Typus entsprechen. In jedem Fall sind diese drei Fibeln extreme Ausnahmeerscheinungen.