Alamannen oder Alemannen

Für den Stammesverband der Alamannen waren zeitweilig beide Begriffe geläufig. Dies resultierte vor allem aus der im 19. Jahrhundert konstruierten vermeintlichen Kontinuität vom Stammesverband bis in die Moderne. Orientierte man sich mehr an der traditionellen Geschichts- und Brauchtumsforschung, so sprach man von Alemannen. In der Archäologie dagegen ist seit langem der Begriff Alamannen geläufiger. Für den Stammesverband hat sich klar der Begriff Alamannen durchgesetzt. Dies entspricht auch der ursprünglichen Schreibweise alamanni (zusammengespülte Menschen). Die Form Alemannen ist heute eigentlich nur noch als Adjektiv (alemannisch) in Gebrauch. Sie bezeichnet in erster Linie die Sprache und die Dialekte des alemannsichen Sprachraums.

Doch wer waren diese Alamannen?

Im 3. Jahrhundert wanderten größere Germanengruppen aus dem Elbe - Havel Gebiet,  in das Limesvorland ein. Da ausreichende Hinweise fehlen, kann man wohl davon ausgehen, dass sich diese Gruppen erst dort zu größeren Verbänden zusammenschlossen. Angezogen von den "Reichtümern" in den römischen Siedlungen und Villen hinter dem Limes bildeten sie Plünderungstrupps aller Größen, die ins Römische Gebiet eindrangen und dort mordeten und raubten. Eher selten erreichten die Trupps ausreichende Größe um von richtiggehenden Schlachten zwischen Alamannen und Römern zu sprechen.

Nach der Aufgabe des Limes drangen die Alamannen nach und nach in das ehemals römische Gebiet vor, und nahmen es nach und nach in Besitz. Neue Einwanderungswellen aus dem Thüringer Becken und später den Donauländern ergänzten den Bevölkerungszuwachs und die kulturelle Vielfalt.